99 Cent
Samstag, 15. Oktober 2005, 22:52 - Chile
Auch hier gibt es diese Ladenschilder mit den Spitzen-Aufschriften: "Alles für 1000 (Pesos)... und mehr" und rechts oben - auf dem Foto nicht mehr ganz lesbar - "one price". :-)
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Vamos al Pacífico
Mittwoch, 12. Oktober 2005, 06:18 - Chile
Mehrfach wurde ich nun schon gefragt, ob ich denn auch nach Valparaíso fahren würde oder dort schon war. Also bitte, fahr ich eben in das paradiesische Tal, um nun generös antworten zu können: klaro (ein Wort übrigens, das so gesprochen hier die selbige Bedeutung hat wie bei uns).
Busbahnhof in Pajaritos zu Santiago.
Am Sonntag bei bestem Wetter (Sonne, 25 Grad) und ohne 3-Wetter-Taft ging es per Bus, dem Fortbewegungsmittel Nummer 1 in Chile auch bei den ganz langen Strecken, gen Westen. Anderthalb Stunden dauert die Fahrt und kostet pro Nase und Richtung rund 5 Euro – und kaum näherten wir uns dem Ziel, war es auch schon wieder trüb und frisch. Badehose und kleines Schwesterlein mussten also auf ihr Vergnügen verzichten.
Von den Hängen, über die sich Valparaíso mit seinen rund 300.000 Einwohnern erstreckt, war wegen des Hochnebels wenig zu sehen. Die steilen Hänge sind an manchen Stellen durch die "Ascensores" (schräge Aufzüge, Standseilbahnen) erschlossen. Als paradiesisch kann man diese Stadt aber nicht (mehr?) ganz bezeichnen, zu verfallen sind die Häuser, auch einst mondäne Gebäude. Hier findet man einfache, arme Verhältnisse vor. Das vorherrschende Klischee der eher proletarischen Stadt kommt nicht von Ungefähr ist und dürfte durch den großen Hafen, eine Kernfunktion der Stadt, (mit-)geprägt sein. Für mich zum ersten Mal das Kontrastprogramm zum modernen Norden Santiagos.
Trödelmarkt in Valparaíso.
Nebel ist gut gegen Sicht und Farbenfreude.
Der Charme des Alten.
Ziemlich steil.
Wackeliges Vergnügen im Microbus nach Viña.
Und nun möchte ich – so als Geograph – auch einmal den Begriff des Agglomerationsraums erwähnen. Valparaíso belagert dieses Fleckchen Erde nämlich nicht allein, sondern ist von einer ebenso großen Stadt namens Viña del Mar (Weinberg am Meer) benachbart – einfach eine Bucht weiter. In einer Viertelstunde gelangt man mit einem der unzähligen „Microbuses“ für 350 Pesos (etwa 50 Cent) von Stadt zu Stadt. Viña del Mar ist komplett anders: sauber, lebhaft, hat einen Strand, touristischen Kitsch, keinen Hafen, relativ moderne Hochhäuser und ist für hiesige Verhältnisse eher reich.
Viña del Mar: eine Burg mit Fahne und landesübliches Gewächs im Vordergrund.
Klassischer Kutschenkitsch.
Eine Bucht im Pazifik mit einem Gebäude, in dem man hervorragend essen und Tiere des Landes, der Luft und des Wassers erspähen kann.
Strand in einer Stadt - auch bei mäßigem Wetter gut bevölkert.
Nicht im Bild die Salsa-Kapelle, die auf der gut frequentierten Seebrücke für musikalische Untermalung, nicht aber für Begeisterungsstürme sorgt.
Fazit: Sehr schöne Eindrücke. Valparaíso hat einen gewissen Charme, Viña mehr Komfort. Das Wetter könnte sonntags besser sein. So sehr viel gesehen (insbesondere im Hinblick auf Kultur) haben wir nicht – nicht nur wegen der schlechten Sicht ("Isch hab nisch viel Zeit."). Nichtsdestotrotz mal etwas chilenische Normalität gesehen. Ach ja: und einen im Pazifik schwimmenden Seehund. Oder war´s eine Robbe? Und Pelikane. Aber das fällt ja vielleicht auch alles unter chilenische Normalität.
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Lustig
Freitag, 7. Oktober 2005, 01:50 - Allgemein
Die Chilenen sagen nicht etwa nur "hola", nein, sie sagen zuweilen auch "hallo" - allerdings mit höchstens gehauchtem h. Verkehrte Welt. A propos: Heute ist mir zum ersten Mal so richtig aufgefallen, dass sich die Sonne hier andersrum dreht, mal salopp gesprochen. Schon bei meiner Ankunft fragte ich mich, ob mir das auffallen würde. Aber keine Sorge: Dem gemeinen Nordhalbkugelmenschen wird dabei nicht schwindelig.
Auch sehr schön die Übersetzung von "hihi" ins Spanische: je, je. Der Kenner weiß natürlich, dass ein spanisches J als ch gesprochen wird.
Je, je!
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